Archiv für den Monat: Mai 2015

Kleidertauschbörse Zamaro: Abzocke über Versandkosten mit fragwürdigem Service

07.05.2015

Nachdem Ebay nun über Provisionserhebung bei privaten Verkäufern auf den Gewinn der Versandunternehmen abzocken will (Ebay: Verkaufsgebühren auf Versandkosten? Geht’s noch?), habe ich die Bedingungen der Kleidertauschbörse Zamaro unter die Lupe genommen, was ebenfalls mehr als ernüchternd war:

Die Zamaro-GmH fordert in regelmäßig wiederkehrenden Werbemails, obwohl ich diese bereits zigfach als Junk klassifiziert hatte, auf:

Befreie jetzt deinen Kleiderschrank und schicke uns deine ungeliebten Kleider die du nicht mehr trägst. Ab 10 Artikeln ist die Einsendung für dich kostenlos!

Im Gegenzug kannst Du dir für den selben Gegenwert neue Artikel von anderen Einsendern aus dem Shop bestellen. Die Artikel im Shop sind qualitätsgeprüft und absolut neuwertig.

Durch unser speziell entwickeltes Bewertungssystem für alle eingesandten Artikel stellen wir sicher, dass du garantiert gleichwertige Artikel für deine Einsendungen bestellen kannst. Und die Kosten: Geld brauchst du nur für Verpackung und Versand, für die von dir bestellten Artikel…

Hochinteressant:

Man wird aufgefordert, mindestens 10 Artikel einzuschicken, für die man dann im Online-Shop Artikel anderer Einsender für den selben Gegenwert aussuchen darf! Diese sind natürlich alle qualitätsgeprüft und absolut neuwertig!

Wie das hinhauen soll, bleibt die Frage, denn die Artikel, die man selbst einsendet, sind doch überwiegend wohl eher getragen und nicht unbedingt neuwertig!

Wie wird da denn wohl der Gegenwert aussehen, den ich mir für meine eingesendeten Artikel aussuchen darf? Bleibt eigentlich nur, es auszuprobieren! Dafür sollte man aber erst mal detailliert die AGB’s dieser Plattform lesen! Gesagt, getan! Und das war gut so, denn die Versandkosten, die ja ausschließlich für den Besteller anfallen, sind bei näherem Hinsehen mehr als heftig:

(2) Kosten für den Besteller: Für den Artikel-Besteller fallen pro Artikel 3,90 € „Packgebühr“ – für die Dienstleistung des Anbieters – und 5,90 € Versandkosten (DHL Paket bis 35 kg) an (siehe § 5). Weitere Gebühren fallen für den Besteller nicht an. Die entsprechenden Pack- und Versandgebühren werden im Bestellvorgang angezeigt…

(2) Für jeden Artikel, der bestellt wird, wird vom Betreiber eine “Packgebühr” (3,90 €) erhoben, welche im Bestellprozess angezeigt wird (siehe auch § 4.2.)..

http://www.zamaro.de/index.php?p=terms

Man wird also aufgefordert, seine Habseligkeiten zu verschenken, während man satte 3,90 Euro pro bestelltem Artikel an Packgebühr zahlen soll zuzüglich 5,90 Euro Versandkosten?

Dafür muß man auch noch in Kauf nehmen, dass die Bewertung der eingesandten Ware mehr als fragwürdigen und nicht überprüfbaren Kriterien unterliegt:

Dem Nutzer ist bewusst, dass es trotz des aufwendigen Bemühens des Betreibers, eine faire Bewertung für alle Artikel durchzuführen, zu Abweichungen und Schwankungen kommen kann. Diese Schwankungen nimmt der Nutzer in Kauf.

http://www.zamaro.de/index.php?p=terms

Und die verschenkten Artikel müssen sich obendrein…

in einem eindeutig neuwertigen Zustand befinden und dürfen weder verschmutzt, noch beschädigt sein. Artikel, die nicht neuwertig, oder die beschädigt oder verschmutzt sind, werden ausdrücklich nicht angenommen.

http://www.zamaro.de/index.php?p=terms

Dann wird auch klar, wie man derlei Versprechen, dass man nur „neuwertige“ Ware anbietet, so selbstsicher in seinen Werbemails (s.o.) machen kann!

Wiederum fällt mir da nur noch ein: Geht’s noch??? Auch 3,90 Euro pro Artikel an Packgebühren sind definitiv Wucher, und die fallen auf jeden Fall an wie aus § 5 (2) der AGB’s hervorgeht!

Gleichzeitig bezeichnet sich diese Plattform aber als „Social Fashion Shop“, was wohl suggerieren soll, dass die Plattform „sozial“ im Sinne von „karitativ“, „zum Wohle“ der Kunden unterwegs sei, und spricht verlogen von „lediglich geringen Versand- und Packgebühren“! Ungeheuerlich, kann man da nur sagen, wenn man sich die Fakten anschaut!

Wenn man dann dort anrufen will, um sich näher nach den tatsächlich pro Artikel anfallenden Gebühren zu erkundigen stellt man darüber hinaus, ebenfalls wie üblich für derlei Plattformen, fest, dass diese sich auch nicht an die gesetzlichen Vorgaben der Impressumspflicht halten müssen, denn dort ist keine Telefonnummer angegeben:

http://www.zamaro.de/index.php?p=impress

Da darf man sich die Frage stellen, wie es möglich ist, dass Vorgaben, die ich als Betreiberin meines Blogs einhalten muß, für derlei Plattformen nicht zu gelten scheinen?

Die Antwort ist einfach: Gleichheit vor dem Gesetz gibt es in der BRD nicht!

Der Betreiber der Plattform, ein Florian Seubert, hat bereits Erfahrung im Betreiben von Online-Portalen:

https://www.schuhmarkt-news.de/handel/e-commerce/25-07-2014-tauschboerse-zamaro-will-kleiderschraenke-befreien/

Schon in 2014 hatten sich „mehr als 17.000 Benutzer registriert“! Das Modell geht (natürlich) auf, wenn ausreichend organisierte Werbung dafür gemacht wird und Mailpostfächer immer wieder mit Werbemails solch einer Plattform zugemüllt werden!

Auch hier ist verschleiernd von lediglich 2,90 Euro Packgebühr (offensichtlicher Stand 2014 im Gegensatz zu nun bereits 3,90 Euro) für Versand und Verpackung die Rede, denn die wesentliche Kleinigkeit, dass diese 2,90 Euro pro Artikel (!) alleine für die Verpackung anfallen, wird unterschlagen! Die Wahrheit sieht eben ganz anders aus, wie Erfahrungsberichte zeigen:

Ich habe einiges an Klamotten eingesendet und heute wollte ich mir dafür ein paar Teile aussuchen und sollte dann 36.- EUR Packgebühren bezahlen!…

halloo ich sage dir… lass es ärgere mich grade eben erst wieder mit denen rum.

Habe vor einiger Zeit meine Sachen dort eingeschickt, und unglaubliche 1397 punkte bekommen (ein Shirt kostet etwa 30-40 Punkte … es war ein Umzugskarton mit meinen Sachen :D ) Dann habe ich mir im Anschluss Sachen dafür ausgesucht, kam auf sage und schreibe 40Teile. Was die vorher nicht sagen, pro Teil bezahlt man mittlerweile 3,90€ Pauschalgebühr und zusätzlich 5€ Versandkosten für alles. Ich kam also auf rund 165€ Viel zu viel, also hab ich mich auf 10 Sachen beschränkt – 45€ Die kamen jetzt auch an, alles super, nur passen einige nicht. Jetzt will ich diese also zurückschicken, das geht allerdings nicht wie gewohnt, obwohl sie “Umtausch jederzeit möglich” anbieten. Wie sieht der dann aus? Man schickt die Artikel als seine eigenen ein, bekommt neue Punkte, die man wiederrum nur gegen Artikel und deren 3,90€ Pauschale eintauschen kann. Wenn man mich fragt, nicht fair geschildert und ziemlich unfair, das als ‘Umtausch’ zu bezeichnen…

Betrügerei. NIE WIEDER. 15 fast neue Artikel eingeschickt. Ein Gürtel von J. SANDER wurde “gespendet” (übersehen, dass man keine Gürtel einschicken darf). Keine Telefonnummer, E-Mails werden nur sehr schleppend und standardisiert beantwortet. Fotos klein und schlechte Qualität, keine Angaben zum Stoff. Und dann die große Überraschung. Über 100 EURO Verpackungskosten für Ware von fraglicher Qualität. Neuerdings schon für 3,90 pro Stück. Gespannt, welchen Schrott ich da für meine (arbeitslose) Nachbarin eingekauft habe. Für mich mit Gr. XS gab es nichts Anständiges. Ich selbst habe ja fast nur Designer-Artikel eingeschickt. FINGER WEG, BETRUG!!! Anwalt wird ggf. eingeschaltet!…

http://www.gutefrage.net/frage/kennt-jemand-den-tauschshop-zamaro

Auch zahlreiche weitere Kommentare sind alles andere als ermutigend! Gleich mehrere Nutzer berichten von verschwundenen, teils hochwertigen Teilen, die eingesandt wurden! Da darf man sich fragen, wo die wohl abgeblieben sind! Es werden, wie viele übereinstimmend schreiben, nur unzureichende Fotos für die angebotenen Artikel eingestellt und selbst die Angaben zu den Größen sollen zweifelhaft sein und es sollen auch keine brauchbaren Angaben zum Material oder der Beschaffenheit der Ware gemacht werden!

Man macht sich also so wenig Arbeit wie möglich, zockt aber über die Verpackungs- und Versandkosten in einem Maße ab, dass einem nur noch schlecht werden kann, wie unseriös hier ganz offensichtlich vorgegangen wird!

Und wenn dann, nach zahlreichen sehr übereinstimmenden sehr negativen Kommentaren plötzlich auch gute Bewertungen auftauchen, obwohl dies in Anbetracht der offensichtlichen Fakten (horrende Packgebühren!) gar nicht möglich sein kann, dann dürfte klar sein, dass das Fake-Bewertungen von Internettrollen zur Schadensbegrenzung sind! Diese „Trolle“ treten immer und überall auf (auch in Arztbewertungsportalen (Seriosität von Arztbewertungsportalen)

und Gesundheits- oder besser gesagt Krankheitsforen), um die Wahrheit zu verschleiern!

Man sieht: Man hat keinerlei Kontrolle, darf aber seine hochwertige und neuwertige Kleidung verschenken! Ganz toll!

Fakt ist aber leider, dass jeder die Möglichkeit hätte, all das selbst zu hinterfragen und zu prüfen, bevor man in die Falle geht, wie ich das nun hier mal wieder für die breite Masse getan habe! Wer dann noch auf derlei Abzockerplattformen hereinfällt, ist dann leider im Grunde selbst dran schuld!

Wir werden jedenfalls mittlerweile auf eine Art und Weise für dumm verkauft, die auf keine Kuhhaut mehr geht, und Plattformen wie Ebay oder Zamaro werden von Leuten betrieben, die alles andere als seriös sind, aber gleichzeitig auch massiv protegiert werden, denn es wird im Hintergrund dafür gesorgt, dass solche Plattformen sehr schnell sehr bekannt werden, damit auch irgendwann so gut wie jeder über diese Portale aktiv ist! So fördert und schafft man ausgesuchte erfolgreiche Unternehmer, die teilweise schon regelrechte Monopolstellungen (Ebay) haben!

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Ebay: “Verkaufs”gebühren auf Versandkosten? Geht’s noch?

07.05.2015

Höhere Verkaufsgebühren bei Ebay

Am Mittwoch erhöht Ebay die Gebühren für Zusatzoptionen und bezieht Versandkosten in die Provisionsberechnung mit ein.

Damit Verkäufer ihre Kunden nicht mit überhöhten Versandkosten abzocken können, führte Ebay vor einigen Jahren eine Obergrenze für diese Gebühren ein. In die Berechnung der Verkaufsprovision flossen die Versandkosten bislang jedoch nicht ein. Das ändert sich am 6. Mai 2015. Dann treten Gebührenänderungen für private Verkäufer auf Ebay in Kraft.

Ab diesem Termin werden neben dem eigentlichen Kaufpreis für den Artikel auch die Verpackungs- und Versandkosten mit eingerechnet. Von der Gesamtsumme will Ebay einen Anteil in Höhe von 10 Prozent als Verkaufsgebühr…

http://www.macwelt.de/news/Hoehere-Verkaufsgebuehren-bei-Ebay-9658126.html

http://news.ebay.de/globalnews/item/show/1973

Es ist ja mittlerweile allgemein bekannt, dass man der gehirngewaschenen und mit seichter Unterhaltung abgelenkten Bevölkerung jeden Mist verkaufen kann, der ohne Aufzumucken akzeptiert wird! Plattformen wie Ebay und Co. wissen das natürlich und nutzen es gnadenlos aus!

Jetzt kommt diese Abzockerplattform doch tatsächlich auf die Idee, privaten Verkäufern (nur den privaten?) „Verkaufs“provision „auf die Verpackungs- und Versandkosten“ aufzuerlegen, was übersetzt nichts anderes heißt, als das der Privatmann bzw. die Privatfrau für die private Veräußerung von bereits mit knapp 20% Mehrwertsteuer eingekauften Artikeln Provision auf den Gewinn der Versandunternehmen wie der Post oder Hermes zahlen soll! Das auch Verpackungskosten zu Lasten des Verkäufers gehen und keinen Verkaufserlös darstellen, muß wohl nicht weiter erwähnt werden! Von der immensen Zeit, die der Verkauf über Ebay schluckt und der in nur sehr unwirtschaftlichem Verhältnis zum Erlös steht, wenn man all das verkauft, was sich im Laufe der Jahre so angesammelt hat, aber nicht mehr benötigt wird, ganz zu schweigen! Leider sind Flohmärkte auch nicht viel lukrativer, denn sie kosten im Schnitt 10 Euro pro Meter Verkaufstisch! Bei 3 Metern, die man schon braucht, kann man froh sein, wenn man überhaupt mit einem positiven Erlös wieder nach Hause geht, nachdem man sich auch an einem Samstag oder Sonntag zu frühester Stunde aus dem Bett geschält hat, um aufwendig verpackte Artikel in früher Morgenstunde auf dem Flohmarkt auszupacken, die man dann zu großen Teilen am Abend wieder genauso mühselig einpacken darf, weil man leider das Meiste eh nicht los geworden ist!

Die Nutznießer sind immer die Onlineplattformen wie Ebay oder die „Verkäufer“ der Stellplätze auf dem Flohmarktgelände, die mit geringstem Aufwand Unsummen in kürzester Zeit kassieren! Quasi für nichts!

Und dass Ebay bereits vor einigen Jahren eine Obergrenze für diese Gebühren einführte, was eh der „Abzocke“ durch private Verkäufer über die Versandkosten einen Riegel vorschob, zeigt deutlich, dass die scheinbare Absicht von Ebay, auch über diese Maßnahme die Versandkosten im Rahmen zu halten, in der Tat nur scheinbar sein kann! Hier macht nur einer ein Geschäft, und das ist Ebay!

Eines von vielen Beispielen, an denen die Rollenverteilung Herr und Sklave deutlich wird, wenn es auch überspitzt klingt, aber faktisch nichts anderes ist!

Diese Versandunternehmen machen eh schon satte Gewinne durch Online-Handelsplattformen wie Ebay & Co., aber der private Verkäufer soll auf diesen fremden Gewinn Dritter Provision zahlen? Geht’s noch?

Wie wäre es, der Deutschen Post oder Hermes diese „Verkaufs“provision auf’s Auge zu drücken, denn diese Unternehmen sind es doch, die von den privaten Verkäufen profitieren und die Versandkosten erwirtschaften?

Unter solchen Bedingungen kommt für mich die weitere Nutzung dieser Plattform jedenfalls kaum noch in Frage! Die einzige Lösung ist, die Gebühren bei der Versandkalkulationen mit einzubeziehen, was faktisch zu höheren Versandkosten führt, also dem von Ebay ebenfalls vorgeschobenen “hehren” Ziel, Versandkosten im Rahmen halten zu wollen, völlig zuwiderläuft!

Wünschenswert wäre, dass sich der Verbraucher endlich seiner Macht bewusst würde, denn Ebay lebt auch von seinen privaten Kunden, die es selbst in der Hand hätten, Plattformen wie diese zu meiden, wenn deutlich wird, dass man mehr als unverhältnismäßig und darüber hinaus in diesem Fall mehr als unberechtigt abgezockt werden soll, denn neben dem Zurverfügungstellen des einmal entwickelten Online-Portals leistet Ebay genau wie alle anderen „Makler“ in allen anderen Bereichen (Immobilien, Personal etc.) herzlich wenig, sondern verdient einzig und allein an der Arbeit bzw. an dem Vermögen (Immobilien) der Kunden!

Aber es ist in Zeiten des Internets und seinen monopolartigen Unternehmen wie Ebay und Amazon zugegebener Maßen sehr schwer, sich diesen Plattformen zu entziehen! Der Großteil der Verbraucher kauft und verkauft über Ebay, so dass man nur über diese Plattformen die meisten Käufer bzw. Verkäufer erreicht! Das ist das Phänomen des Gruppenzwangs, und Plattformen wie Ebay sind sich ihrer damit verbundenen Macht durchaus bewusst! Und genau deshalb können sie sich auch solche grotesken Geschäftsgebaren wie „Verkaufs“gebühren auf die Versandkosten leisten…

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