Wir sind ein „ungleichgeschlechtliches Paar“

11.01.2015

Nummer Eins: Die falsche Steuerklasse

Weil unsere Autorin zwar Mann und Kinder hat, aber keinen Trauschein, muss sie zahlreiche Nachteile erdulden, zum Beispiel bei der Steuerklasse. Wut! Ärger! Während alle über die Homo-Ehe reden, fordert sie: Schluss mit der Diskriminierung der unverheirateten Paare! VON NATALY BLEUEL

Traumhochzeit am Strand? Für unsere Autorin eine Horrorvorstellung!

Hallo, ihr da oben, ich muss mich auch noch beschweren, denn von unseren homosexuellen Brüdern und Schwestern habe ich vieles, und ganz besonders zwei Dinge gelernt:

1. Man kann so schön anders leben als die Mehrheit.

2. Man darf nie aufhören, gegen Diskriminierungen zu kämpfen.

Alle sollen so leben können, wie es sie glücklich zu machen verspricht: allein, zu zweit, zu viert, zu siebt, Männer mit Männern, Frauen mit Frauen, Frauen mit Männern – je vielfältiger, desto lebendiger. Besonders dann, wenn sich Leute trauen, nicht nachzuahmen, was schon Legionen vor ihnen unglücklich gemacht hat. Wie beispielsweise das kleinbürgerliche Ideal der Ehe. Die heutzutage nahezu jedes zweite Mal geschieden wird.

Was ich ungerecht finde, ist: dass diejenigen, die ohne Ehe, aber sogar mit Kindern leben wollen, benachteiligt werden. Finanziell, rechtlich und von der Politik. Offensichtlich ist es in diesem Land ja so, dass die Bevölkerung und das Bundesverfassungsgericht gegen ihre Volksvertreter anleben und -argumentieren müssen. So richtig viel hat das nicht mit Demokratie zu tun. Ich wiederhole es für die Herren und Damen Politiker gerne noch einmal: Ein ungleichgeschlechtliches Paar mit doppeltem Einkommen und ohne Kinder zahlt per Ehegattensplitting weniger Steuern. Im Relation zu: einer Lebensgemeinschaft aus zwei Erwachsenen mit einem oder mehreren Kindern. Das ist ungerecht. Man nennt das “Diskriminierung”. Und nicht nur das. Es widerspricht allen familienfördernden Lippenbekenntnissen. Und den Verhältnissen im Land….

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/blogs/nummereins/2775/nummer-eins-die-falsche-steuerklasse/

„Ungleichgeschlechtliches Paar“? Das Vokabular der Neuen Weltordnung! Typisches Behördenvokabular, dass sich die Autorin widersinniger Weise, denn sie will doch nicht spießig sein, zu eigen gemacht hat:

Ich aber muß wohl schrecklich spießig sein, wenn für mich Kinder ohne Ehe nicht in Frage gekommen wären!

Ja, für mich gehört es dazu, zu einer richtigen Familie: Die Eltern sind verheiratet und tragen den gleichen Namen wie die Kinder!

Für mich hat auch der Spruch „Bis dass der Tod Euch scheidet…“ eine Bedeutung, obwohl ich nicht kirchlich geheiratet habe, weil ich in der Tat mit der Kirche nichts am Hut habe, was aber nicht heißt, dass ich nicht gläubig bin! Aber wieso brauche ich dafür eine von Menschen gemachte Kirche!

Oft werde ich gefragt, warum „wir nicht geheiratet haben“, obwohl wir seit 14 Jahren zusammen leben, zwei Kinder gemacht haben und nicht vorhaben, uns morgen zu trennen. Ich frage dann zurück: Warum habt ihr geheiratet? Wo ihr doch zwei Kinder habt und seit Jahren zusammen lebt? Ein stärkeres Bekenntnis zur Familie kann es doch gar nicht geben – es geht sogar tiefer als nur über die Lippen!

„Ein stärkeres Bekenntnis zur Familie kann es doch gar nicht geben“, als Kinder…

Eben: Kinder sind ein Bekenntnis zur Familie, und zu einer Familie gehört auch eine Ehe, dass die Eltern der Kinder verheiratet sind, wie ich finde!

Also: Warum wir nicht heiraten?

1. Will ich nicht von einem wildfremden Menschen – ob Beamte oder Pfarrer – gesagt bekommen, wie ich eine Partnerschaft zu führen habe, und dann noch mit dem Versprechen: bis zum Lebensende. Es erscheint mir lächerlich, absurd, unrealistisch und sogar freiheitsberaubend. Ich möchte mir selbst aussuchen, wie ich eine Partnerschaft und eine Familie baue. Das habe ich mir auch ein bisschen bei meinen schwulen Freunden abgekuckt.

Schon wieder dieses Propagieren des Gendermainstreaming! Nichts gegen Homosexuelle! Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden! Aber abgucken muß ich mir sicher nichts von widernatürlichen Lebensformen! Und wie kann man sich bei „schwulen Freunden“ abgucken, „wie man eine Familie baut“, dass man Kinder in die Welt setzt? Und das ist keine Diskriminierung sondern Fakt, denn wenn wir alle so wären, würde die Menschheit aussterben! (Was allerdings für unseren Planeten gesünder wäre, vielleicht hätte er dann eine Chance zu überleben, wenn auch nicht für uns, aber dann für eine paradiesische Tierwelt mit eventuell noch naturverbundenen Naturvölkern, aber das ist ein anderes Thema…)

Und der Beamte auf dem Standesamt sagt mir auch nicht, , „wie ich eine Partnerschaft zu führen habe“! Und “bis zum Lebensende“ finde ich weder “lächerlich, absurd, unrealistisch und freiheitsberaubend“, sondern schön! So habe ich mir das immer vorgestellt: Nur einmal heiraten und den „Bund für’s Leben“ schließen! Und seinen Kindern „der Hort in der Brandung“ sein, Vater und Mutter, eine intakte Familie halt…

2. Habe ich, zusammen mit einem anderen Menschen, Kinder bekommen – und Kinder verbinden mehr als Verträge. Es gibt nichts Verbindlicheres, und zwar ein Leben lang, als gemeinsamen Nachwuchs.

Ach ja? Sich trennen (und diese Option will sich die Autorin ja offen halten, denn “bis zum Lebensende“ findet sie ja “lächerlich, absurd, unrealistisch und freiheitsberaubend“), aber dennoch auf ewig verbunden bleiben (“Es gibt nichts Verbindlicheres, und zwar ein Leben lang, als gemeinsamen Nachwuchs.“), aufgrund der gemeinsamen Kinder? Was für ein Widerspruch! Dann aber neue Partner haben, die in dieses Konstrukt ja leider nicht reinpassen, denn sie haben einfach keinen familiären Bezug zu den Kindern aus erster Ehe und erst Recht nicht zum Ex-Partner…

Und das ist das ganz große Problem der modernen „Patchwork-Familien“! Aber da Probleme, ganz besonders innerhalb der Familie oder der „Patchwork-Familie“ ja gewollt sind im Rahmen der neuen Weltordnung, werden derlei Konstrukte natürlich propagiert, was sich dann in neudeutschen Begriffen wie „Lebensabschnittsgefährte“ niederschlägt, ein ähnliches Unwort wie „(un)gleichgeschlechtliches Paar“!

3. Finde ich es ganz besonders verlogen, aus finanziellen Gründen zu heiraten. Wegen eines Ehegatten-Splittings, das Ungleichheiten und Abhängigkeiten in einer Ehe voraussetzt und zementiert.

Erstens setzt das Ehegatten-Splitting weder Ungleichheiten noch Abhängigkeiten in einer Ehe voraus oder zementiert diese! Die Ehegatten können wählen, wer in welche Lohnsteuerklasse geht und damit wie viel netto raus bekommt! Aber alleine schon an der Denke der Autorin merkt man, dass diese nicht „gemeinsam“ sondern „getrennt“ denkt! Da eh alles in einen Pot fließt, ist es völlig egal, wer wie viel netto rausbekommt! Die Summe beider Einkommen ist unter’m Strich dieselbe! Ich jedenfalls habe mich nie diskriminiert oder abhängig gefühlt (jedenfalls nicht innerhalb der Ehe oder durch meinen Mann), weil ich weniger verdiente und deshalb natürlich die Lohnsteuerklasse 5 wählte! Diskriminiert werden Frauen wohl eher durch die Arbeitgeber, die Frauen regelmäßig für die gleiche Arbeit im Schnitt 25% weniger Gehalt zahlen! Aber auch das ist ein anderes Thema…

Aus rein finanziellen Gründen zu heiraten, wäre sicher verlogenAber wer aus den weiter oben genannten Idealen heiratet kann auch guten Gewissens die finanziellen Vorteile, die die Ehe bietet, in Anspruch nehmen!

5. Würde ich mich, statt mich am kleinbürgerlichen Ideal der Ehe zu orientieren, lieber nach Alternativen umschauen. Nicht nur was die Lebensweisen und –formen angeht. Für deren Erkundung ich, ja: noch mal, meinen schwulen Freunden extrem dankbar bin. Denn sie zeigen mir, dass man auch aus Freunden, Freundinnen und deren Kindern eine Wahlfamilie machen kann…

Familie hat aber noch immer etwas mit Blutsverwandschaft zu tun! Und die bindet dennoch am allermeisten, jedenfalls zwischen Eltern und Kindern!

In einem muß ich der Autorin allerdings Recht geben:

Es widerspricht allen familienfördernden Lippenbekenntnissen, dass ein ungleichgeschlechtliches Paar mit doppeltem Einkommen und ohne Kinder per Ehegattensplitting weniger Steuern zahlt.

Und natürlich können und sollen auch Menschen, die andere Lebensformen wählen, gerne finanziell mit verheirateten Paaren gleichgestellt werden, denn es sollte natürlich jedem selbst überlassen sein, wie er leben will, auch wenn ich derlei Lebensformen für mich nicht gutheiße, weil dieses „nicht heiraten wollen“ doch von vornherein impliziert, dass man sich einfach für den Fall der Fälle auch problemlos wieder will trennen können, man dieses Szenario also von vornherein einkalkuliert! Meiner Meinung nach sollte man es dann aber doch lieber gleich bleiben lassen, Kinder in die Welt zu setzen, denn Kinder haben einen Anspruch darauf, sowohl mit dem Vater als auch der Mutter gemeinsam in einem Haushalt aufzuwachsen! Was es für ein Kind bedeutet, wenn plötzlich ein Elternteil auszieht, darüber denken diese verantwortungslosen Menschen leider viel zu wenig nach!

Wie Sie weitere Artikel auch zu anderen hochinteressanten Themen lesen können, erfahren Sie hier:

Wenn Sie mehr lesen wollen …

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>