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Irreführende und vielleicht sogar gefährliche Fragen im „Amtlichen Fragenkatalog für die Führerscheinprüfung“?

07.10.2017

Aus aktuellem Anlaß habe ich mich mal mit den Fragen im „Amtlichen Fragenkatalog für die Führerscheinprüfung“ auseinandergesetzt und musste feststellen, dass dort Fragen gestellt werden, die mehr als irreführend gestellt sind, so dass die „richtige“ Beantwortung der Fragen laut Ersteller des Kataloges meiner Auffassung nach nicht unbedingt logisch oder sogar falsch ist!

Eine Frage, über die ich gestolpert bin, kann meiner Meinung nach auch zu höchst gefährlichen Manövern im Straßenverkehr führen, wenn sich der Fahrschüler von der diesbezüglich angeführten und absolut theoretischen Erklärung verleiten lässt, in der entsprechenden Situation gemäß dieser Vorgaben zu reagieren!

Die Frage lautet:

Was erhöht die Gefahr, bei schneller Fahrt aus der Kurve zu “fliegen”? (Anzahl an Fehlerpunkten ab einer falschen Antwort: 3)

1)    Bremsen

2)    Beschleunigen

3)    Auskuppeln

Als richtige Antworten sind A und B anzukreuzen, während „Auskuppeln“ diese Gefahr nicht erhöhen soll!

Die theoretische Erklärung im Kommentar zur Frage lautet:

Ist in Kurven die Fliehkraft höher als die Seitenführungskraft, geht der Kraftschluss (die Verzahnung zwischen Reifen und Fahrbahn) verloren und das Fahrzeug fliegt aus der Kurve. Die Fliehkraft wird umso höher, je schneller man fährt. Wenn dann beim schnellen Fahren noch andere Faktoren hinzukommen, die den Kraftschluss mindern, z.B. Bremsen oder Beschleunigen, erhöht sich die Gefahr, aus der Kurve zu fliegen.

Ich habe beim schnellen Fahren fett markiert, weil es genau darauf auch in der Frage ankommt, wenn man dort die Option Bremsen ankreuzt! Ich hatte dies richtig beantwortet, weil ich davon ausgegangen war, dass gemeint ist, dass man an abruptes Bremsen schon fast im Scheitelpunkt der Kurve denkt! Zwei von mir befragte Personen hingegen hätten Bremsen nicht angekreuzt, weil sie an vorsichtiges Bremsen noch vor dem Scheitelpunkt der Kurve dachten, denn man merkt in der Regel auch schon vorher, dass man zu schnell ist! Ergo führt die Art der Fragestellung bereits dazu, dass Prüflinge gar nicht genau wissen, was gemeint ist und schon deshalb hier etwas „Falsches“ ankreuzen! Vorsichtiges Abbremsen ist aus meiner persönlichen Erfahrung das Mittel der Wahl, um die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten! „Bremsen“ hingegen pauschal als gefahrerhöhend zu bewerten, halte ich für sehr gefährlich, da unerfahrene Fahrer vielleicht aufgrund dieser vermittelten Theorie in der Gefahrensituation nicht richtig reagieren!

Ich als Autofahrerin mit 36jähriger Fahrpraxis würde weiterhin nicht im Traum daran denken, während der Fahrt aus irgend einem anderen Grund auszukuppeln, als für das Wechseln des Ganges!

Auskuppeln führt dazu, dass das Fahrzeug zwar nicht schneller wird, aber weniger schnell langsamer wird, da auch die Gänge eine Bremswirkung haben! Je kleiner der Gang, desto höher die Bremswirkung! Deshalb darf man ja auch nicht bei höherer Geschwindigkeit von einem hohen Gang direkt in einen viel kleineren runterschalten, es sei denn, man würde gleichzeitig die Geschwindigkeit in der gleichen Zeit entsprechend reduzieren.

Wissen, was passiert, könnte man natürlich nur, wenn man es „ausprobiert“, aber ich würde jedem dringend davon abraten! In Fahrsicherheitstraining soll Auskuppeln in der Kurve erprobt werden und man soll die Erfahrung machen, dass es funktioniert. Ich kann es mir dennoch kaum vorstellen, was nicht heißt, dass ich damit richtig liege.

Übrigens umfasst der Fragenkatalog heutzutage mehr als 1.500 Fragen, wobei jede Frage mit 2 bis 5 Fehlerpunkten bewertet wird und selbst bei teilweise „richtiger“ Beantwortung, wie im vorliegenden Fall z.B. durch Ankreuzen aller drei Optionen, wie es ein erfahrene Fahrerin wie ich mit gesundem Menschenverstand und gesunder Kritikfähigkeit auch weiterhin sehen würde, selbst wenn die „Experten“, die sich solche Fragen ausdenken, dies anders bewerten, die Gesamtzahl der angesetzten Fehlerpunkte pro Frage zum Tragen kommt! Das heißt, dass man bereits beim teilweise „falschen“ Beantworten von 2 bis 3 von 30 Fragen durchgefallen ist, weil man insgesamt höchstens 10 Fehlerpunkte haben darf! Kein Wunder, würde ich sagen…

Man könnte jetzt auf auch auf den Gedanken kommen, dass es sich für den Staat durchaus lohnt, die Prüflinge sehr schnell durchfallen „zu lassen“, denn bei einer erneuten Vorstellung zu Prüfung dürfen die Gebühren von mehr als 20 Euro erneut gezahlt werden! Und natürlich darf man die Prüfung beliebig oft wiederholen…

Ein Fahrlehrer, den ich darauf ansprach, und der sich meiner Meinung zur vorstehenden Frage anschloss, kommentierte, dass der Verband der Fahrlehrer seit langem darauf dränge, den Fragenkatalog durch Leute aus der Praxis überarbeiten zu lassen, da es reine Theoretiker in den Behörden seien, die sich diese Fragen ausdenken. In Anbetracht der „Qualität“ bestimmter Fragen würde mich das auch wirklich nicht wundern!

Dieser Fahrlehrer hat genau wie mein Mann in einem Fahrsicherheitstraining „gelernt“, dass Auskuppeln die Gefahr, bei schneller Fahrt aus der Kurve zu fliegen, nicht erhöhen würde, ergo verringern müsste! Ausprobieren würde es aber weder der Fahrlehrer noch mein Mann! Aber was ist mit jungen Menschen, die vielleicht durch derlei Theorie, die uns früher nicht so vermittelt wurde, verunsichert werden und im Ernstfall vielleicht danach handeln würden? Wer kann im Nachhinein sagen, ob das Fahrzeug nicht gerade erst durch dieses in meinen Augen gefährliche Fahrmanöver aus der Kurve fliegt?

Googeln nach der wörtlichen Formulierung der oben zitierten Begründung im Kommentar zur Frage hat ergeben, dass man kein entsprechendes Suchergebnis findet, aber man stößt auf Quellen zum Thema zu schnelle Geschwindigkeit in Kurven im Zusammenhang mit Fliehkraft und Seitenführungskraft, wie z.B. nachstehende Quelle eines schweizerischen Fahrlehrer-Portals:

Die Flieh- und Seitenführungskräfte Beim Befahren von Kurven entstehen Kräfte, die dein Fahrzeug nach aussen ziehen.

Entgegengesetzt zur Fliehkraft wirken die Seitenführungskräfte der Reifen.

Solange die Seitenführungskräfte grösser sind als die Fliehkraft, folgt das Fahrzeug der Lenkbewegung.

Ist jedoch die Fliehkraft grösser, rutscht der Reifen seitlich weg. Das Fahrzeug bricht aus seiner Spur aus.

Die Fliehkraft (Zentrifugalkraft) wird grösser

–      bei zusätzlichem Gewicht

–      – bei kleinerem Kurvenradius

–      – bei höherer Geschwindigkeit

Oft musst du im Innerortsverkehr neben dem Lenken auch Bremsen oder Beschleunigen (Längskräfte).

Die Seitenführungskraft wird kleiner, je mehr Kraft zum Beschleunigen oder Bremsen verbraucht wird. Bei niedrigen Geschwindigkeiten fällt dieser Umstand nicht so ins Gewicht. Wenn du ausserorts oder speziell bei schwierigen Strassenverhältnissen unterwegs bist, solltest du die Risikofaktoren «Lenken – Bremsen – Beschleunigen» unterscheiden beziehungsweise möglichst nicht gleichzeitig ausführen.

http://www.fahrlehrer-portal.ch/__/frontend/handler/document.php?id=102&type=42

Hier ist ganz klar davon die Rede, dass Bremsen und Beschleunigen gemäß der Definition vom Zusammenwirken von Flieh- und Seitenführungskraft Risikofaktoren sind, die auch nur, wenn sie falsch angewendet werden (denn natürlich muß man immer Lenken!) die Gefahr erhöhen, die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren und damit auch in der entsprechenden Situation aus der Kurve zu fliegen! Das Thema Auskuppeln zur Gefahrminderung findet hingegen keinerlei Erwähnung! Und deshalb sollte auf keinen Fall durch eine Fragestellung, wie oben zitiert, zumindest der Eindruck erweckt werden, Auskuppeln könne diese Gefahr mindern! Wenn dem so wäre, dann hätte das doch auf auf der vorstehend zitierten Fachseite erwähnt werden müssen, oder nicht? Hier ist aber nur von den Risikofaktoren „Lenken – Bremsen – Beschleunigen“ die Rede, aber nicht von einem das Risiko angeblich mindernden Auskuppeln!

Und hier noch eine Antwort eines ebenfalls die Fragestellung hinterfragenden (und deshalb (?) gelöschten) Forenschreibers:

GeloeschterNutzer

Sept. ’14

Da du nach einer fahrphysikalischen Erklärung gefragt hattest, ist HansenPaules Erläuterung völlig richtig.

Ich halte die Frage dennoch für dusselig gestellt und die Auswahl der Antworten für irreführend falsch, denn den Autofahrer interessiert im Ernstfall nicht die Theorie, sondern die Praxis und die sieht u.U. so aus: In die Kurve hinein mit schneller Fahrt (wie in der Frage beschrieben, es ist ja nicht von der Haftgrenze die Rede), man stellt fest, oh, die Kurve ist eine sog. Hundekurve (wird immer enger im Radius). Da nur das Gas vorsichtig wegzunehmen kann unzureichend sein und in der Situation ist genau das, was du im Fahrsicherheitstraining gelernt hast, u.U. auch richtig anzuwenden. Allein schon die Feststellung “Kurve ist länger als erwartet” kann ein vorsichtiges Bremsen erforderlich machen, weil sie u.U. unübersichtlich ist. So lange schnell nicht (haftungs-) grenzwertig ist, kann vorsichtiges Bremsen (das man ja im Fahrsicherheitstraining übt) durchaus richtig und notwendig sein.

Für diese Antwortmöglichleiten und die als richtig bestimmten davon hätte die Frage lauten müssen:

Was erhöht die Gefahr, aus der Kurve zu “fliegen”, wenn das Fahrzeug knapp unterhalb der Haftgrenze bewegt wird?

So wie die Frage gestellt ist, kann sie aber unerfahrene Autofahrer abschrecken, in einer bestimmten Situation das Richtige zu tun. (Anmerkung: Nämlich auch vorsichtig zu bremsen!)

Und noch etwas: Auch Auskuppeln kann die Gefahr (…) erhöhen, nämlich wenn sich die Kurve im Gefälle befindet und man im Schubbetrieb (Motorbremse) unterwegs ist und das Fahrzeug nach dem Auskuppeln schneller wird.

Also: wer sich diese Frage überlegt hat, der hätte besser noch etwas mehr nachgedacht, bevor sie veröffentlicht wurde. (Anmerkung: GANZ GENAU!)

Dass es besser ist, es nicht zu solch einer Situation kommen zu lassen steht außer Frage aber hier ja auch nicht zur Debatte (nur nochmal zur Erinnerung für Alle, die dies lesen).

http://www.autoplenum.de/forum/d/56202/frage-zu-fahrphysik—fuehrerscheinfrage-

Und noch eine Meinung zum Thema „Auskuppeln“:

Re: Re: fragen zur Kupplung

Autor

sternenfahrer

Datum

Dienstag, 4. September 2007

Text

und darüber, ob das auskuppeln schadet, höre ich immer was andere, bin schon ganz verwirrt. aber kann es auch zu verschleiß kommen, wenn ich auskupple (die kupplung trete), wenn ich z.B. bei einer roten ampel STEHE?? oder meint ihr jetzt nur, dass es während der fahrt schlecht ist?

ähm… im Laufe einer Autofahrt musst du einige Mal auskuppeln, um einen geeigneten (nächsten) Gang einzulegen usw. Schaden tut das nicht wirklich – halt die übliche Abnutzung des Getriebes/Kupplung, ist aber weiter nicht schlimm (dürfte das ganze Autoleben überstehen). Schlimm ist FAHRtechnisch das Auskuppeln während der Fahrt, weil du dannn keine direkte Kontrolle mehr über das Fahrzeug hast. Z. B. darfst du nicht in einer Kurve auskuppeln, da du die Motorbremswikrung miteinnehmen und im Scheitelpunkt der Kurve wieder Gas geben solltest.
Auskuppeln, sollte man:
1. Gang-Wechsel (z. B. auch Leerlauf für Ampel)
2. Wenn das Fahrzeug rutscht/schlingert/unkontrolliert ist

Auskuppeln sollte man NICHT:
1. Während der freien Fahrt
2. Im Gefälle (auch in der Stigung) 
3. In (schlimmer noch: vor) der Kurve

Gibt bestimmt noch mehr Punkte, aber im Prinzip müsste das deine Antwort etwas umfassender erklären.

Schaden (vom Material, Mechanik) tut das auskuppeln aber eig so gut wie nicht!

http://www.fahrschulforum.de/fuehrerschein/fragen_zur_Kupplung,172808_msg.html

Die beiden vorstehenden Kommentare klingen meiner Auffassung nach völlig einleuchtend und decken sich mit meiner Meinung zum Thema, wenngleich ich es auch nicht so professionell hätte begründen können, sondern wohl mehr intuitiv an das Thema heran gehen würde! So wie ich in meiner gesamten Fahrpraxis intuitiv vorsichtig gebremst habe, wenn ich denn mal zu schnell in eine Kurve gefahren bin, was jedem noch so erfahrenen Fahrer auch nach Jahrzehnten Fahrpraxis an einem ihm bis dato unbekannten Straßenverlauf passieren kann, wenn er sich plötzlich vor einer nicht rechtzeitig erkennbaren starken Kurve befindet, der er sich zu schnell genähert hat!

Nachstehend noch zur Unterhaltung einige weitere Fragen, über die ich gestolpert bin und mit deren „richtiger“ Beantwortung ich nicht so ganz einverstanden bin:

Warum wirkt sich umweltschonendes Fahren im Allgemeinen auch auf die Verkehrssicherheit günstig aus? (Hier werden sogar 4 Fehlerpunkte ab einer falschen Antwort angerechnet, wodurch man bei den beiden bisher zitierten Fragen bereits 7 von 10 möglichen Fehlerpunkten, mit denen man die Prüfung gerade noch besteht, erreicht hat!)

Angeblich richtige Antwort (unter anderem):

Weil dabei vorausschauend gefahren wird, so dass etwaige Gefahren früh erkannt und deshalb gut vermieden werden können

Ich habe das nicht angekreuzt, denn natürlich bedeutet umweltschonendes Fahren nicht zwangsläufig, dass der Fahrer deshalb auch zwingend vorausschauend fährt bzw. vorausschauender fährt, als Autofahrer, die nicht umweltschonend fahren! Auch hier müsste man erst mal definieren, was unter umweltschonendem Fahren überhaupt zu verstehen ist! Mein Mann hat die Frage „richtig“ beantwortet, weil er sofort an langsames Fahren dachte, und jemand der langsamer fährt könne schneller reagieren und damit vorausschauend fahren. Sicher richtig, wenn man die Frage so versteht! Ich z.B. habe aber bei umweltschonendem Fahren erst mal an ein umweltschonendes Fahrzeug gedacht und nicht an langsameres Fahren! Man sieht, dass diese Fragestellungen geradezu dazu einladen, hier etwas „Falsches“ anzukreuzen und damit völlig ungeeignet sind, das theoretische Wissen eines Fahrprüflings festzustellen!

Aus logischer Sicht (und ich bin nun mal ein sehr logisch denkender Mensch) ist es richtig, die vorstehend genannte Antwort nicht anzukreuzen, da umweltschonendes Fahren nicht zwangsläufig und zu 100%, was die Fragestellung aber impliziert (!), bedeutet, dass der Fahrer deshalb auch zwingend vorausschauend fährt!

Nächste Frage:

Wie können Sie ausreichende Sicht durch die Frontscheibe erhalten? (Anzahl an Fehlerpunkten ab einer falschen Antwort: 3)

Hier hätte man ankreuzen sollen:

Bei Schneematsch die Scheibenwischer schon einschalten, bevor Ihnen andere Fahrzeuge Matsch auf die Scheibe schleudern

Auch hier habe ich diese Antwort nicht angekreuzt, denn bei Schneematsch schneit oder regnet es nicht automatisch, und wenn es nicht schneit, regnet oder nieselt und die Scheiben nicht nass werden, dann schalte ich auch keinen Scheibenwischer ein, der regelmäßig kratzt, wenn die Scheibe zu trocken ist!

An solchen Fragen, mit Verlaub dämlichen Fragen, kann man eindeutig erkennen, dass diese nicht nur inhaltlich völlig ungeeignet sind, sondern auch dazu führen, dass Prüflinge oftmals unnötig „durchfallen“!

Nächste Frage:

Sie fahren bei Dunkelheit mit Fernlicht. Wann müssen Sie abblenden? (Anzahl an Fehlerpunkten ab einer falschen Antwort: 3)

Eine der möglichen Antworten:

Wenn ich eine Straße mit durchgehender, ausreichender Beleuchtung befahre

Auch das habe ich nicht angekreuzt, obwohl es „richtig“ ist, weil die Gesetzgebung es offensichtlich so vorschreibt, wie anschließendes Googeln ergeben hat, was mir aber zugegebenermaßen nicht mehr präsent war! Sehr wahrscheinlich schon deswegen, weil es ebenfalls nicht logisch ist, dasss ich abblenden muß, wenn ich an einer ausreichend beleuchteten Stelle niemanden blende, weil mir z.B. weder ein Fahrzeug begegnet noch ein sonstiger Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer oder Fußgänger! Und genau deshalb habe ich, unter rein logischen Gesichtspunkten hier kein Kreuzchen gesetzt!

Und auch mit dieser Argumentation habe ich definitiv Recht, und deshalb ist das angeblich korrekte Ankreuzen dieser Antwort definitiv falsch! (Selbst wenn es fragwürdige Gesetze geben sollte, die so was eventuell vorschreiben…)

Nächste Frage:

Sie fahren einen PKW und während der Fahrt klingelt Ihr Mobiltelefon. Was ist hierbei zu beachten, wenn Sie keine Freisprechanlage haben? (Anzahl an Fehlerpunkten ab einer falschen Antwort: 3)

Eine der möglichen Antworten:

Zum Telefonieren muß der Motor ausgeschaltet sein

Auch zu dieser Antwort gibt es eine Gesetzesgrundlage:

§ 23(1a) StVO definiert wie folgt: “Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug steht und bei Kraftfahrzeugen der Motor ausgeschaltet ist.”

Aber wieso muß der Motor ausgeschaltet sein, wenn ich anhalte und kurz telefoniere? Klar, aus umweltbewussten Gründen würde ich sowieso den Motor immer ausschalten, aber eine wirklich logische Erklärung gibt es dafür nicht! Aber o.k., das kann man einfach so hinnehmen und sich einprägen, um die Frage dann im Sinne der Gesetzgeber und Macher des Fragenkataloges „richtig“ zu beantworten genauso wie die zuvor gestellte Frage mit dem Abblenden bei ausreichender Beleuchtung auch!

Nächste Frage:

Bei stockendem Verkehr müssen bestimmte Bereiche freigehalten werden. Welche sind dies? (Hier werden ebenfalls sogar 4 Fehlerpunkte ab einer falschen Antwort angerechnet!)

Neben Kreuzungen und Bahnübergängen habe ich hier auch die dritte Option Grundstückseinfahrten angekreuzt, und es will mir gar nicht einleuchten, dass man private Grundstückseinfahrten bei stockendem Verkehr nicht frei halten muß, während man aber gleichzeitig vor diesen ja auch nicht parken darf, um sie nicht zu versperren! Aber ebenfalls o.k., kann man sich einfach entsprechend einprägen.

Nächste Frage:

Zu welchem Zweck darf die Hupe außerorts benutzt werden? (Anzahl an Fehlerpunkten ab einer falschen Antwort: 2)

Die Antwort alsRufzeichen soll natürlich nicht angekreuzt werden, was schlüssig ist, genauso wie man die Antwort alsWarnsignal ebenfalls sinniger Weise ankreuzen muß! Als dritte Option aber wird alsÜberholsignal angegeben, was im Sinne der Prüfung angekreuzt werden soll! Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich das gelesen habe, denn ich würde ebenfalls im Traum nicht darauf kommen, während eines Überholvorgangs zu Hupen, weil Hupen immer andere Autofahrer erschreckt und verunsichert! Aber es ist in der Tat außerorts erlaubt… Auch hier o.k., kann man sich entsprechend einprägen, muß man aber nicht in die Tat umsetzen, was auch Gott sei Dank und bezeichnender Weise so gut wie niemand tut! Warum wohl nicht?

Ich habe einen simulierten Test mehrfach durchgeführt und habe ihn, nachdem ich zunächst 4 mal durchgefallen bin, beim 5. Anlauf endlich geschafft! (Ganz ohne vorheriges Vorbereiten, versteht sich, und wie gesagt: meine eigene Führerscheinprüfung liegt 36 Jahre zurück!)

Die Fragen, die wirklich relevant für die tägliche Fahrpraxis, wie Verhalten in bestimmten Fahrsituationen, sind meiner Auffassung nach die einfachsten! „Scheitern“ wird man eher an unklar formulierten Fragen im Stil der vorstehend zitierten! Und ich bin natürlich, weil ich nicht, wie Prüflinge den Prüfstoff zuvor erneut gelernt habe, an Fragen zu auswendig zu lernenden Formeln für z.B. Sicherheitsabstände oder Bremswege, weil man diese natürlich schnell wieder vergisst und in der Praxis eh nie anwendet und an Fragen zu wenig Sinn machenden Gesetzesvorgaben, die man schon aus diesem Grund „verdrängt“, „gescheitert“…

Auch hier gilt: Wer zu viel über Sinn oder Unsinn nachdenkt, weil er sich das selbstständige Denken bewahrt hat, wird hier eher Scheitern als der Unkritische, der brav und fleißig auswendig gelernt hat! Aber in fast allen Lebenssituationen, insbesondere den beruflichen, ist es ja nichts anderes! Kritisch mitdenkende Zeitgenossen sind nicht gerne gesehen…

Auch W1nChester kann mit dieser Art von Fragen nichts anfangen:

Frage von W1nChester 

vor 3 Jahren  115

Bescheuerte Fahrprüfungsfragen

Hallo Leute,

ich will in den nächsten Monaten mal meinen Führerschein machen und habe deshalb im Internet mal 30 Fragen probeweise beantwortet und bin irgendwie ziemlich sauer über einige Fragen.

ich konnte 20 von 30 richtig beantworten (erster Versuch), aber manche Fragen sind einfach extrem grenzwertig gestellt und ergeben (für mich) im Zusammenhang mit den Bildern auch keinen Sinn.

Das Problem ist, dass ich etwas logisch nachvollziehen können muss, wenn ich damit konfrontiert werde. Ist das nicht der Fall, dann verkacke ich ziemlich :-)

Denkt ihr ich gewinne noch einen “Blick” für diese meines Erachtens nach unlogischen Fragen? Denn das ist anscheinend überhaupt nicht mein Ding, weil ich mir die Antworten (sollte es so weitergehen) mit den Lösungen einfach nur einprägen werde, aber es nicht wirklich im Gehirn speichere und dementsprechend auch nicht im Straßenverkehr einsetze.

Das auswendig lernen ist überhaupt kein Problem, aber das ist ja nicht Sinn der Sache.

Antworten

https://www.gutefrage.net/frage/bescheuerte-fahrpruefungsfragen

Meine Antwort an dieser Stelle, denn es gelang mir partout nicht, mich in diesem Forum anzumelden:

Mir geht es wie Dir: Einige Fragen sind definitiv nicht logisch formuliert, und der Intelligente kreuzt dann das, was aus Sicht der Fragesteller “falsch” ist, an bzw. das, was aus Sicht der Fragesteller richtig ist, nicht an!

Es sind genau die, die einfach nur stumpfsinnig auswendig lernen, die vermutlich bei dieser Art von Fragen erfolgreich sind!

Also mach Dir keine Sorgen: Du gehörst definitiv zu denen, die mitdenken, wenn Dir bei der Art der Fragen bzw. der Art der Fragestellung Einiges spanisch vorkommt!

Und insbesondere zum Letzten Satz des Kommentarschreibers:

Auswendig lernen ist genau das, was bereits in meinen „Aus“-„Bildungen“ (das „Aus“ für die „Bildung“) in den 70er und 80er Jahren die Grundlage für „Erfolg“ war! Wer möglichst viele „Fakten“, die in den Lehrbüchern standen, am besten noch wortwörtlich (!) auswendig gelernt hatte, bekam die meisten Punkte! Alleine der Versuch, das Gelernte mit eigenen Worten wieder zu geben, führte regelmäßig zu einer schlechteren Bewertung!

Ich hatte Glück und konnte aufgrund meiner persönlichen Fähigkeiten die Leistungskurse Mathematik und Sprachen (Englisch und Französisch) wählen, so dass ich für die Arbeiten nie auswendig lernen musste, sondern Mathe einfach nur verstehen mußte, genauso wie man ein Händchen für Sprachen haben muß, und dann auch nicht wirklich lernen muß, sondern sich die Vokabeln sehr leicht merkt! Einzig die Grammatik muß man auch teils auswendig lernen, und auch das machte mir dann gleich weniger Spaß… All die reinen Lernfächer habe ich immer gehasst, weil ich mich auch für die Inhalte nicht interessierte! Heute weiß ich warum, denn das Wirklich Wissenswerte und Interessante, die Wahrheit, wird uns in unseren „Aus“-„Bildungen“ eh nicht erzählt! Heute interessiere ich mich brennend für politische Themen, für die Biologie, die Lehre vom Leben, die völlig unvereinbar ist mit der sogenannten Schulmedizin und für Vieles andere mehr, wie Sie meinen investigativen Artikeln entnehmen können!

Lesen Sie z.B. auch meinen Artikel Sinn oder Unsinn von „Potenzialanalysen“ bei Achtklässlern, der in den Zusammenhang passt.

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